Dass ihr Dorf Zukunft hat, bewiesen die Elsoffer bereits in den vergangen Monaten, als sie am Wettbewerb "Unser Dorf hat Zukunft" teilnahmen. Dass ihr Dorf bereits seit 950 Jahren eine Heimat für Generationen ist, konnte man am 30.08.09 beim Stehenden Festzug miterleben. Dafür wurde Elsoff kurzfristig in Deutzhausen umbenannt und die Bürgerinnen und Bürger schlüpften in ihre historischen Gewänder.


Den unüberhörbaren Startschuß für das bunte Fest gaben am frühen Sonntagmorgen die Böllerschützen Wemlighausen. Sie eröffneten den festlichen Tag vom Kirchplatz aus, bei strahlendem Sonnenschein mit lauten Böllerschüssen. Auf der großen Außenbühne konnten die Besucher anschließend einem Eröffnungsgottesdienst beiwohnen, welcher das Fest zu etwas Besonderm machte. Pfarrer Dr. Ralf Kötter taufte den acht Monate alten Paul Zacharias, der die ganze Prozedur geduldig über sich ergehen ließ. Der Pfarrer wiederholte damit ein Ritual, mit welchem sich bereits vor 950 Jahren die Leute in dem kleinen Ort zum christlichen Glauben bekannt hatten.


Ganz Elsoff war auf den Beinen und öffnete den zahlreichen Besuchern bereitwillig seine Gärten und Höfe. Bei einem Bummel über die Straßen und Gässchen bekam so mancher Gast einen Einblick in das ländliche Leben der Bürger der vergangenen Jahrhunderte. So war zum Beispiel die Schmiede aus Arfeld mit dabei und ließ die Zuschauer am Schmiedehandwerk teilhaben.


Roter französischer Schiefer stand im Mittelpunkt der Arbeit der beiden Dachdecker Jan Freitag und Heiner Volkmer. Die Beiden formten daraus passgenau eine 950 auf schwarz-geschiefertem Hintergrund und ließen sich hierbei von interessierten Zuschauern über die Schulter schauen. Ob fleißige Weberinnen aus Hessen, der Verein für Burg- und Heimatgeschichte Hatzfeld oder die Siegenische Ritterschaft in rasselnden Kettenhemden, alle hatten an diesem Sonntag ihre Lager in Elsoff aufgeschlagen. Und so war den Elsoffern auch über die Grenzen Wittgensteins hinaus jede Menge Unterstützung sicher.


Egal zu welcher Tageszeit, auf der Aktionsbühne wurde den ganzen Tag ein abwechslungsreiches Programm geboten: Die Tanzmäuse aus Weidenhausen tanzten, die Alphornfreunde Wittgenstein gaben ein Ständchen auf ihren Alphörnern. Für mittelalterliche Stimmung sorgte die Band "Ceritus Cantus". Das Mundarttheater Gretel und Herta rundete die Bühnenshow ab und sorgte für ausgelassene Stimmung und Freudentränen. Durch gute Zusammenarbeit aller Beteiligter und vier Jahre Vorbereitung haben die Elsoffer einen Festzug auf die Beine gestellt, welcher sich sehen lassen konnte und vielen Besuchern in besonderer Erinnerung bleiben wird.


