Vor ausverkauftem Haus spielte die Theater- und Mundartgruppe des Heimat-und Touristikvereins Aue-Wingeshausen am Sonntag, dem 03. April 2011 im Bürgerhaus Aue. Im Mittelpunkt des Theaterstücks stand eine große, antike Truhe, mit sehr lebendigem Innenleben. Im Laufe des Abends diente die Truhe als Streitobjekt, Abhörort für Schwiegermutter oder als Versteck für vermeintliche Leichen und Erpresser.


Das alte Schmuckstück stand im Wohnzimmer des Ehepaares Maier und war Thea Maier (gespielt von Gertrud Haschke) ein Dorn im Auge. Eiversüchtig auf das alte Schätzchen, welchem Restaurator Rudi Maier mehr Aufmerksamkeit schenkte als ihr, sollte es möglichst bald verkauft werden. Während die Ehefrau sich auf die Suche nach einem Käufer macht, durchsucht Rudi (gespielt von Reiner Ludwig) verzweifelt sein Erinnerungsvermögen. Denn beim letzten Kneipenabend hatte er eine weibliche Bekanntschaft gemacht. Aber außer an den Namen Natascha konnte er sich an keine Einzelheiten mehr erinnern. Erpresser Siggi (gespielt von Friedhelm Beuter) brauchte dringend Geld. Er war an dem Kneipenabend dabei und hatte die Beiden beobachtet. Jetzt wollte Rudi vorbei kommen und mit seinem Wissen abkassieren. Im Wohnzimmer der Maiers begann daraufhin ein turbulentes Verwechslungsspiel, denn Natascha, das süße Objekt der Begierde tauchte unerwartet auf und musste verschwinden.


Gänzlich ungelegen kam da auch noch ein spontaner Besuch der Schwiegermutter Gerda. Und als dann auch noch ein Käufer für die alte Truhe gefunden war, kam Rudi Maier ganz schön ins Schwitzen. Der charmante Antiquitätenhändler Lutz Hoppe (gespielt von Harald Krutwig) machte sich im Haus der Maiers nicht nur auf der Suche nach einem rostigen Schnäppchen. Als Wittwer lotete er auch seine Chancen aus, die Dame fürs Herz zu finden. Hausherr Rudi setzte alle Hebel in Bewegung, sein Leben wieder ins Lot zu bringen. Da er aber den Käufer der Truhe irrtürmlich für den Erpresser hielt, begann ein heißes "Besitzer-Wechsel-Dich-Spiel" rund um die Truhe. Zu immer höheren Preisen versuchte Rudi die Truhe mit brisantem Inhalt zweimal zurückkaufen. Drei Akte lang mußte Herr Maier bangen, bis Schwiegermutter Gerda (gespielt von Birgitta Dreier) mit ihren ganz eigenwilligen Methoden Licht ins Dunkel brachte und sich die Irrtümer aufklärten.


Allgemeine Erleichterung machte sich breit als herauskam, dass Natascha (gespielt von Elke Cronau) lediglich die Freundin des Maierschen Sohns ist, die ihren Schwiegervater vom Kneipenabend sicher nach Hause bringen sollte. Hätte Herr Maier seiner Frau von Anfang an besser zu gehört, wären die 600 Zuschauer am vergangenem Samstag und Sonntag in den beiden Veranstaltungen wohl nicht so brillant unterhalten worden. Mit einer großen Portion schwarzem Humor, Wittgensteiner Mundart, 6 Monaten Proben und jeder Menge Fleiß hat die kleine Theatergruppe ein wunderschönes, sehenswertes Stück auf die Beine gestellt, welches Jung und Alt (von 6 bis 98 Jahren) begeisterte. Tatkräftig unterstützt wurden die Darsteller dabei von Regie/ Souffleuse Karin Koch, Maskenbildnerin Ulrike Dickel. Für das Wohnzimmer der Maiers und die funktionierende Technik auf der Bühne sorgten Horst Beuter, Günter Treude, Friedhelm Beuter, Harald Krutwig, Werner Scheffler und WITTLIGHT.


