Seit vielen, vielen Jahren werden hier im Rothaargebirge, im Spätsommer und Frühherbst Kartoffeln im Feuer gebraten.
Was früher ein Essen für arme Leute war und nach der Kartoffelernte auf dem Feld entstanden ist, reicht bis in das späte Mittelalter zurück. So wurden damals nach der Ernte die Kartoffelstrünke zusammengetragen, aufgeschichtet und verbrannt. In der verbleibenden Glut wurden dann die leckeren Kartoffeln für die Erntearbeiter gegart.


Heute erfreut sich das Kartoffelbraten mehr denn je der Beliebtheit bei Jung und Alt. Es kann in einer kleinen, aber auch in einer großen Runde, wie z.B. mit einem Verein, stattfinden. Wichtig ist, dass Sie über eine gut ausgebaute Feuerstelle verfügen, am besten einen Grillplatz mit festem Untergrund. Für das Feuer verwendet man am besten einjährig gelagerte, unbehandelte Buchenscheite. In die Mitte der Feuerstelle werden Pappreste, Papier und trockene Späne angezündet und die Buchenscheite dann schräg darüber gelegt. Gewöhnlich benötigt das aufgeschichtete Buchenholzfeuer etwa 3 bis 4 Stunden bis es in Glut übergegangen ist. Das Feuer sollte soweit heruntergebrannt sein, dass ein stattlicher Haufen von Glut von einem kleinen Rest an brennenden Scheiten bedeckt ist. 

Der Gluthaufen wird nun mit der Schüppe flach ausgebreitet. Die schwarze Glut überzieht sich dann mit einer feinen, weißen Ascheschicht. Jetzt ist es an der Zeit, die gewaschenen Kartoffeln mit der Steingabel auf die ausgebreitete Glut zu legen. Dort läßt man sie dann ca. 15 Minuten schwitzen und bedeckt sie dann vollständig mit Glut. Nach etwa 40 Minuten Garzeit sollte der Glut eine kleine Probe Kartoffeln entnommen werden um sie zu probieren.

Besteht diese Kostprobe den Test, müssen alle Kartoffeln schnell aus dem Feuer genommen werden, sonst verkohlen sie in der Glut. Sind sie noch nicht gar, müssen sie noch eine angemessene Zeit weiter garen. Zur Entnahme der Kartoffeln wird die Steingabel vorsichtig unter den Gluthaufen geschoben und rüttelnd nach oben gehoben. Dabei fallen die Glutstücke durch die Zinken der Gabel und übrig bleiben die gegarten Kartoffeln welche nun an die Besucher verteilt werden.


Der besondere Genuß besteht darin, die Kartoffel mit den Fingern zu teilen, Butter und Salz darauf zu geben und Sie dann mit der Pelle zu verspeisen. Im allgemeinen wird dabei auf Messer und Gabel verzichtet, es sei denn, man isst Heringsstipp, Tzaziki, Quark oder Leberwurst dazu. Üblicher Weise löscht man dann den Durst mit einem kühlen Bier.
Bei einsetzender Dämmerung werden die Sitzgelegenheiten rund um das Feuer gerückt, was sehr romantisch ist und natürlich auch wärmend. Noch lange sitzt man in gemütlicher Runde und lässt den Abend ruhig ausklingen.


